Hallo, ich bin Bolaven. Ich soll mich hier heute vorstellen…Schwierig, wenn man nicht so ein großes Selbstbewusstsein hat. Ich komme von ziemlich weit her und hab dementsprechend auch schon viel erlebt. Als ich gerade mal zwei Monate alt war, wurde ich zusammen mit meinem Bruder irgendwo draußen ohne unsere Mama gefunden. Seitdem lebe ich im Tierheim - das ist mein ganzes bisheriges Leben und alles, was ich kenne. Vielleicht erklärt das ein bisschen, warum mir die große, laute Welt manchmal einfach zu viel ist – ich habe ihre schönen Seiten nie richtig kennenlernen dürfen.
Was soll ich also groß erzählen? Ich bin halt kein Draufgänger. Eher so der Typ „erst mal gucken“, ich halte mich lieber im Hintergrund und muss nicht unbedingt immer ganz vorne mit dabei sein.
In meiner gewohnten Umgebung und auch im Auslauf bin ich mittlerweile richtig mutig – da gehe ich auch schon mal auf Menschen zu, sage Hallo und freue mich – ganz ohne Drama oder Eifersucht. Mit anderen Hunden komme ich eigentlich gut klar, Spielen finde ich toll, mit Teilen hab auch kein Problem... Wir sind hier schließlich alle im selben Boot (oder Tierheim).
Trotzdem macht mich das Tierheim auf Dauer einfach traurig. Auch wenn ich noch gar nichts anderes kenne, weiß ich, dass mir irgendwas fehlt. Hier gibt es einfach zu viel Trubel zu viele Eindrücke, zu wenig “mein Mensch” und nicht den Platz, wo ich wirklich hingehöre.
Draußen wird es für mich erst richtig kompliziert.
Spazierengehen ist für mich eben kein Spaziergang! Am Anfang würde ich manchmal lieber einfach umdrehen und zurückgehen. Wenn ich dann doch laufe, ziehe ich immer mal ungeduldig an der Leine – nicht, weil ich es eilig habe, sondern weil mein Kopf noch sortiert, was da gerade alles passiert. Wenn ich aus irgendwelchen Gründen dann nicht weitergehen möchte, gehe ich nicht. Punkt. Dann mache ich mich so richtig schwer und stemme mich mit aller Kraft dagegen, da kann man mich noch so sehr bitten. Da mache ich innerlich sofort dicht. Und jetzt kommst du ins Spiel: Ich brauche also jemanden, der dann nicht an mir zerrt oder mich drängt, sondern der mich an die Pfote nimmt und sagt: “Ich bin da. Du kannst mir vertrauen!”.
Denn Vertrauen ist mein großes Thema.
Wenn ich mich sicher fühle, bin ich ganz entspannt, kann alles ruhig erkunden, schnuppern, Nähe zulassen und sogar genießen. Aber dafür brauche ich eben eine feste Bezugsperson, einen ruhigen Menschen mit ganz viel Geduld, Einfühlungsvermögen und einem weichen Herzen. Jemanden, der meine leisen Signale sieht – nicht nur die lauten. Jemanden, der mir einfach Halt gibt.
Ich suche kein perfektes Zuhause. Ich suche ein verständnisvolles Zuhause, in dem ich ankommen darf, so wie ich bin. Mit Zeit. Mit Ruhe. Mit ganz viel Verständnis. Und mit Liebe. Ohne Druck und viele Erwartungen. Ich kann im Gegenzug nicht so viel geben: Nur ein großes Herz voller Liebe und ganz viel leise Dankbarkeit.
Also… wenn du Lust hast, mir die Welt in kleinen, behutsamen Portionen zu zeigen – ich wäre bereit. Schritt für Schritt. Und irgendwann Seite an Seite mit dir.
Dein Bolaven
Helfen Sie uns helfen.
Wir freuen uns über Ihre Geld- und Sachspende.
Unsere Einkaufsliste
Kaufen Sie in unseren Partner-Shops und tun Sie etwas gutes für den Tierschutz.
Folgen Sie uns im Social-Media
Wir freuen uns über Ihr Like!